FAQs: Häufig gestellte Fragen und Antworten

zu den Tieren auf der Homepage von Nafoku

Allgemeine Fragen

  1. Wie sehen Insekten?
  2. Haben Insekten ein Herz? :-)
  3. Wie groß werden Insekten?
  4. Sind Spinnen auch Insekten?
  5. Welche Giftspinnen in Deutschland?
  6. Können Libellen stechen?
  7. Können Hummeln stechen?
  8. Wie gefährlich sind Hornissen?
  9. Wie leuchten Leuchtkäfer?

Häufig gefragte Tiere

  1. Schwirrflug: Schmetterling oder Kolibri?
  2. Große Spinne mit gelben und schwarzen Streifen?
  3. Was sind das für Massen von rot-schwarzen Käfern in meinem Garten?

Allgemein

WAHRNEHMUNG

Insekten haben einen gänzlich anderen Körperbau als Wirbeltiere. Wir können keine Nase erkennen, mit der sie riechen könnten. Ihre Außenhülle besteht aus hartem Chitin, einer Substanz, die dem Horn unserer Haare sehr ähnlich ist, so dass sie auf "herkömmliche" Weise nicht fühlen können. Eine Zunge haben sie nicht, so dass sie scheinbar nicht schmecken können. Augen können wir erkennen, aber wie sehen Insekten mit diesen Augen? Haben Insekten das gleiche Bild von dieser Welt wie wir?

Diese Frage muss man klar verneinen. Auch Insekten haben die Möglichkeit zu riechen, zu schmecken, zu fühlen, aber sie tun das auf gänzlich andere Weise als wir.

WIE SEHEN INSEKTEN?

Wer sich ein Insekt genauer ansieht, der kann in der Regel am Kopf ein Paar mehr oder minder große Augen, die sogenannten Facettenaugen, erkennen. Sie werden als Facettenaugen bezeichnet, weil sich jedes Auge aus mehreren hundert bis mehreren tausend kleiner Einzelaugen zusammensetzt. In der Vergrößerung sieht das einer Bienenwabe recht ähnlich.

Jede einzelne dieser "Facetten" nimmt einen Ausschnitt aus dem Gesamtbild wahr. Diese einzelnen Bilder werden an das Gehirn des Insektes weitergeleitet, in dem aus den vielen Einzelbildern ein gesamtes Bild zusammengesetzt wird. Im Prinzip sieht das Insekt ein Mosaik: ein großes Bild, zusammengesetzt aus vielen kleinen Bildern.

An der Größe der Facettenaugen kann man schon teilweise erahnen, wie gut die Insekten sehen können. Libellen z.B. haben sehr große Facettenaugen. Sie setzen sich aus bis zu 10.000 einzelnen Facetten zusammen, die praktisch um den ganzen Kopf reichen. Diese riesigen Augen befähigen Libellen, fast im 360 Winkel zu sehen, also auch das, was hinter ihnen geschieht.

Da Libellen sehr rasante Flieger und Räuber sind, die ihre Beute im Flug fangen, ist das Sehvermögen für sich sehr wichtig. Und tatsächlich können Libellen einen Menschen aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmen.

Hirschkäfer dagegen haben recht kleine Facettenaugen. Diese setzen sich aus wenigen hundert Facetten zusammen. Das kann man schließen, dass der Hirschkäfer nicht sonderlich gut sehen kann. Und tatsächlich ist er sehr kurzsichtig. Auf Entfernung weniger Zentimeter ist er in der Lage, einen Rivalen deutlich zu erkennen, ist also in der Lage, optisch Männchen von Weibchen zu unterscheiden.

Der Hirschkäfer ist aber nicht so sehr auf sein Sehvermögen angesehen: Seine Nahrung (ausfließenden, gärenden Baumsaft) findet er über den Geruchssinn. Der Käfer selbst ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er fliegt meistens erst im Abendlicht los, wenn sich der Waldrand gegen den Himmel abhebt.

Ein Höhlenkäfer wiederum ist fast blind. Die gelblich-weißen Tiere haben nur zwei sehr kleine schwarze Augenflecken an den Seiten. Diese können bestenfalls noch ein Unterscheiden von hell und dunkel ermöglichen. Mehr ist aber auch nicht nötig: da der Käfer in Höhlen und somit in ständiger Dunkelheit lebt, muss er sich ganz auf seine anderen Sinne verlassen.

Am Tageslicht würde er relativ schnell sterben. Er muss lediglich in der Lage sein, Tag und Nacht voneinander zu unterscheiden, um sich gegebenenfalls in Sicherheit zu bringen.

Einige Insekten, z.B. Ameisen haben neben den Facettenaugen auch noch einige Punktaugen. Dies sind kleine Erhebungen, in der Regel drei, auf der Stirn zwischen den Facettenaugen gelegen. Sie dienen in der Regel nur dazu, um hell von dunkel zu unterscheiden. Wesentlich mehr können diese Insekten mit solchen Augen nicht wahrnehmen.

HABEN INSEKTEN EIN HERZ?

Die Frage könnte man mit einem einfachen "Ja!" beantworten, aber ganz so einfach ist es doch nicht. Insekten haben zwar ein Herz, aber es in keiner Weise mit dem Herzen des Menschen vergleichbar.

Der Mensch hat ein Herz mit einem vergleichsweise komplizierten Aufbau. Es setzt sich aus zwei Hälften zusammen und jede Hälfte hat eine Vorkammer und eine Hauptkammer. Die eine Hälfte ist deutlich kleiner und schwächer, da sie nur den Lungenkreislauf, während die andere deutlich größer und kräftiger ist, da sie den gesamten Körperkreislauf mit Blut versorgt. Dazu ist der Kreislauf ein geschlossenes System, in dem das Blut zirkuliert und in erster Linie Transporttätigkeiten erfüllt, transportiert es doch Sauerstoff und Nahrung (Glucose) zu den Muskeln hin und Kohlendioxyd und Abfallprodukte von den Muskeln weg.

Bei den Insekten ist das Herz wesentlich einfacher aufgebaut. Es handelt sich im Prinzip um einen einfachen Schlauch, vergleichbar mit einer Ader, der an beiden Enden offen ist und einfach in das Körpergewebe rein reicht. Es gibt kein geschlossenes Kreislaufsystem, das Blut zirkuliert frei im Körper. Der "Herzschlauch" ist in der Lage, pumpende Bewegungen auszuführen, so dass er ständig auf der einen Seite Blut und Hämolymphe ansaugt und auf der anderen Seite wieder ausstößt.

Auf diese Art und Weise zirkuliert das Blut durch den ganzen Körper und kann die Muskeln mit Nährstoffen versorgen, nicht aber mit Sauerstoff, da Insekten ein gänzlich anders konzipiertes Atemsystem als z.B. Wirbeltiere haben.

WIE GROSS WERDEN INSEKTEN?

Die Größe der Insekten schwankt sehr stark. Es gibt sehr kleine Arten, die man mit bloßem Auge fast nicht mehr sehen kann, und sehr große Arten, die man praktisch nicht übersehen kann.

Die kleinsten Insekten, wie z.B. der Ameisenkäfer "Microscydmus nanus" werden noch nicht mal 1 mm groß, die größten heimischen Insekten dagegen mehrere Zentimeter.

Unser größter heimischer Käfer ist der Hirschkäfer (Lucanus cervus), der bei uns Größen von ca. 8 cm erreicht, in Südeuropa aber noch größer werden kann.

Unsere größten Schmetterlinge sind zum großen Teil nicht wirklich bei uns heimisch. Es handelt sich hierbei um Arten der Familie der Schwärmer (Sphingidae), die Wanderfalter sind und jedes Jahr aus Nordafrika und Südeuropa zu uns einwandern. Es sind dies der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos), der Oleanderschwärmer (Daphnis nerii) und der Windenschwärmer (Agrius convolvuli). Sie alle erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 120 mm, der Oleanderschwärmer sogar bis zu 130 mm.

Der größte europäische Falter ist das Große Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) mit einer Flügelspannweite von bis zu 145 mm. Unser größter wirklich heimischer Schmetterling ist der Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri) mit einer Flügelspannweite von bis zu 115 mm.

Unsere größten Libellen sind auch zugleich mit unsere seltensten, nämlich die Quelljungfern (Cordulegaster boltoni und Cordulegaster bidentatus), die beide eine Körperlänge von bis zu 80 mm und eine Flügelspannweite von über 100 mm erreichen.

Etwas kleiner ist die Große Königslibelle mit maximal 72 mm Körperlänge und auch etwa 100 mm Flügelspannweite und noch einige Libellen der Gattung Aeshna mit knapp 65 bis 70 mm Körperlänge.

Unser größter Hautflügler (Ordnung Hymenoptera, Bienen, Wespen, Ameisen) ist der Pfeifenräumer, der mit Legebohrer eine Länge von 80 mm erreicht. Aber diese Art ist dabei recht schmal und filigran.

Interessanter ist da schon die robuste, bis zu 35 mm große Hornissenkönigin Vespa crabro oder die Weibchen der Dolchwespen (Scolia maculata) mit bis zu 40 mm Körperlänge.

Unsere größten Ameisen sind die Rossameisen (Camponotus ligniperda und Camponotus herculeanus), bei denen die Königinnen bis zu 18 mm groß werden.

Unsere größte Biene ist die Holzbiene mit bis zu 23 mm Körpergröße. Die Aufzählung kann man schier endlos weiter führen: größte Heuschrecke, größte Wanze, größte Zikade etc. Die wirklichen Giganten findet man, wie sich wohl jeder denken kann, in den Tropen. Hier erreichen die größten Käfer Körperlängen von über 200 mm (Herkuleskäfer, Dynastes hercules - 225 mm, Riesenbockkäfer, Titanus giganteus - 200 mm).

Die größten Falter haben immense Flügelspannweiten und muten schon fast wie Vögel an. Der größte am Tag fliegende Schmetterling ist der Vogelflügelfalter (Ornithoptera alexandrae) aus der Neotropischen Region (Neu Guinea, Australien und umliegende Inseln), dessen Weibchen Flügelspannweiten von über 250 mm erreichen. Bei den bei Nacht fliegenden Tieren ist es die Agripina-Eule (Agripina spec.) aus Südamerika, mit Spannweiten von bis zu 300 mm. Einige Stabheuschrecken werden bis zu 300 mm lang und sind dabei etwa so dick wie ein Finger. Große lebende Äste.

Geht man in der Evolution einige Millionen Jahre zurück, so stößt man in der Zeit der Dinosaurier auf wahrhaft gigantische Libellen mit bis zu 70 cm Flügelspannweite.

Aufgrund dieser Angaben könnte man jetzt dazu neigen, Angst zu bekommen, dass aufgrund irgendwelcher menschlicher Machenschaften Insekten oder Spinnen, wie in "Tarantula", zu gigantischen Größen heranwachsen und eine wirkliche Bedrohung für den Menschen werden könnten. Dem sind aber wenigstens zwei natürliche Grenzen gesetzt.

Eine der Grenzen ist der Chitinpanzer der Insekten und Spinnen. Je größer die Tiere werden, desto stabiler muss der Panzer werden, um nicht zu brechen. Bei Ausmaßen von einem oder mehreren Metern wäre das Gewicht dieses Panzers derart groß, dass er seinen Besitzer erdrücken würde.

Der zweite limitierende Faktor ist das Atemsystem der Spinnen und Insekten. Es ist in beiden Klassen relativ ähnlich gestaltet. Es basiert nicht, wie beim Menschen, darauf, dass der Sauerstoff vom Blut schnell und effizient im Körper verteilt wird. Vielmehr haben Insekten und Spinnen ein weit verzweigtes Röhrensystem, das Tracheensystem, mit Öffnungen an den Seiten der Hinterleibssegmente (je zwei pro Segment) bei den Insekten und zwei Öffnungen auf der Unterseite des Hinterleibes bei den Spinnen.

Hierbei ist das jeweilige Tier darauf angewiesen, dass sich die Luft weitestgehend selbständig im Tracheensystem verteilt und die Muskulatur mit Sauerstoff versorgt. Werden Insekten oder Spinnen deutlich größer als oben angegeben, so kann dieses System den Körper nicht mehr effizient mit Sauerstoff versorgen, und die Tiere ersticken einfach. Eine Grenze dürfte bei etwa 30 bis 40 cm gesetzt sein. Diese Grenze kann natürlich steigen, wenn sich der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre erhöht (siehe Libellen zu Zeiten der Dinosaurier).

SIND SPINNEN AUCH INSEKTEN?

Tatsächlich sind Spinnen keine Insekten (Insecta), sondern Spinnentiere (Arachnida).

Spinnen und Insekten haben einige klare Unterscheidungsmerkmale, die jeder problemlos erkennen kann:

  1. Der Körper der Insekten ist in drei Abschnitte unterteilt: Kopf (wissenschaftlich: Caput), Brust (wissenschaftlich: Thorax) und Hinterleib (wissenschaftlich: Abdomen).
    Der Körper der Spinnen ist nur in zwei Teile unterteilt, Vorderkörper (wissenschaftlich Cephalothorax) und den Hinterleib (wissenschaftlich Abdomen).
  2. Insekten haben sechs Beine und, wenn Flügel vorhanden sind, immer vier Flügel.
    Spinnen haben nicht sechs, sondern acht Beine, und niemals Flügel.
  3. Am Kopf der Insekten befinden sich die Facettenaugen, die sich aus mehreren hundert bis einigen tausend Einzelaugen zusammensetzen.
    Bei den Spinnen hingegen befinden sich die Augen mittig vorne auf dem Kopfbereich des Cephalothorax. Es handelt sich hierbei immer um mehrere (acht bis zehn) Punktaugen, niemals aber um Facettenaugen.
Einige Besonderheiten:

Auf den ersten Blick scheint eine Fliege nur zwei Flügel zu haben. Schaut man aber genauer hin, so fallen hinter dem Flügelpaar die sogenannten Schwingkölbchen auf. Die Schwingkölbchen sind nichts weiter als das zurückgebildete zweite Flügelpaar. Sie dienen der Fliege zur Orientierung im Raum. In Versuchen hat man diese Schwingkölbchen entfernt und festgestellt, dass die Fliegen ohne diese nur noch sehr unkontrolliert herum fliegen und sehr oft gegen Hindernisse stoßen, denen sie normalerweise ohne Probleme ausweichen könnten.

Auch Käfer scheinen nur zwei Flügel zu haben. Bei ihnen ist das vordere Flügelpaar zu den Flügeldecken (wissenschaftlich: Elytre oder Plural Elytren) ausgebildet. Die Flügel sind einfach nur stark chitinisiert, so dass sie zusammengelegt den weichen, weniger chitinisierten Hinterleib schützen. Ebenso bei den Wanzen.

Viele Spinnen sehen aus, als hätten sie zehn Beine. Das erste Beinpaar aber sind die Kiefertaster (wissenschaftlich: Pedipalpen), die nur stark ausgebildet sind und teilweise beim Laufen mit einbezogen werden. Sie haben aber kaum eine Bedeutung für die Fortbewegung. Bei den Männchen tragen sie außerdem noch den Bulbus, der bei der Paarung in die Geschlechtsöffnung des Weibchens eingeführt wird, um den dort gespeicherten Samen zu überführen.

Libellen (Ordnung: Odonata)

KÖNNEN LIBELLEN STECHEN?

Es gibt rund 70 Libellenarten in Deutschland, von denen einige sehr große und imposante Tiere sind, mit Körperlängen von bis zu 85 mm und einer Flügelspannweite von über 10 cm. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass es Menschen gibt, die vor Libellen gehörigen Respekt oder sogar Angst haben. Hierzu gibt es aber überhaupt keinen Grund. Entgegen der häufig vertretenen Meinung können Libellen definitiv nicht stechen.

Wie kommt es zu dieser Ansicht?

Einerseits natürlich dadurch, dass, wie bereits oben erwähnt, einige Libellenarten für die heimische Fauna ungewöhnlich groß sind. Darüber hinaus haben aber die Weibchen dieser Libellenarten am Hinterleibsende einen kleinen, schwarzen, leicht gebogenen Dorn, der zugegebenermaßen sehr nach einem Stachel aussieht. Dieser Dorn hat aber eine ganz andere Funktion. Es handelt sich hierbei um einen Legebohrer (wissenschaftlich "Ovipositor" genannt), der in die artspezifischen Ablagesubstrate gebohrt wird, um dann hier die Eier (lat. Ovus, bzw. Plural Ovi) abzulegen (oder zu positionieren). Theoretisch könnte die Libelle hiermit auch stechen, es fehlt ihr aber die Kraft dazu, um entsprechend schnell zu zustechen und auch um in unsere Haut einzudringen. Auch ist der Hinterleib der Libellen hierfür nicht beweglich genug.

Etwas unangenehmer können die Larven sein, obwohl auch diese nicht wirklich stechen können. Die Larven der Libellen entwickeln sich mehrere Jahre im Wasser. Die Larven einiger unserer größten Libellen (Gattung Aeshna) haben eine Anpassung an ihr Leben im Wasser. Libellenlarven haben Tracheenkiemen im Hinterleib, die ähnlich funktionieren wie die Kiemen der Fische. Die Larve saugt ständig Wasser ein, das an den Tracheenkiemen vorbei geleitet und am Hinterleib wieder ausgeschieden wird. Will die Larve sich schnell aus einem Gefahrenbereich bringen, so kann sie dieses Wasser unter großem Druck aus dem Hinterleib drücken, so dass der Wasserstrahl die Larve nach dem Rückstoßprinzip schnell durch das Wasser schiebt. Um hierfür weniger Widerstand zu bieten, haben die Larven an den Hinterleibsseiten eine Art Kiel, der sich aus vielen kleinen Kielen zusammensetzt. Diese Kiele enden in kleinen Dörnchen.

Holt man solch eine Larve jetzt aus dem Wasser, so beginnt sie sich zu winden, um sich frei zu strampeln von mit gefischtem Laub und anderen Pflanzenteilen, um dann, nachdem sie frei ist, möglichst schnell ins Wasser zurück zu kehren. Das gleiche Verhalten zeigt sie auch für kurze Zeit, wenn man sie einfach auf die Hand legt. Dabei ragen die Spitzen der Dornen über den Kiel immer wieder drüber hinaus. Und ab und zu kann es passieren, dass solch ein Dorn kurz mehr oder weniger in die Haut eindringt. Dieses Geschehen kann man eigentlich nicht als Stich bezeichnen, obwohl es vielleicht der einen oder anderen Larve das Leben rettet, wenn sie von einem Fisch gepackt wird. Aber trotzdem hat man das Gefühl, gestochen zu werden. Der Schmerz ist aber nur kurz und nicht stark. Es tut nicht wirklich weh. Man ist mehr überrascht und auch ein wenig erschrocken, weil man damit nicht rechnet.

Wespen, Ameisen, Bienen, Hummeln (Ordnung: Hymenoptera - Hautflügler)

KÖNNEN HUMMELN STECHEN?

Der Streit ist wohl so alt wie die Menschheitsgeschichte. Dabei ist die Antwort eindeutig.
Hummeln haben einen Stechapparat und können diesen auch entsprechend einsetzen. Sie können also stechen, aber es gibt kein weiteres wehrhaftes staatenbildendes Insekt, dass dabei so friedfertig ist.

Man kann Hummeln in der hohlen Hand wegtragen, darf sie dabei nur nicht einklemmen. Wenn man mal ein Hummelnest findet (sie sind oft einfach nur unter einem Moospolster oder einem Grasbüschel) so kann man dieses getrost öffnen und sich das Treiben ansehen. Die Hummeln brummen zwar etwas aufgeregt, das eine oder andere Tier hebt auch die Beine zur Abwehr, aber nur sehr selten fliegt mal eine Hummel auf, geschweige denn, dass sie sticht. Da das Nest nur aus einigen Wachstönnchen besteht, kann man das Moospolster oder Grasbüschel bei Seite heben und die Hummeln betrachten, ohne ihnen irgendwas getan zu haben. Man muss das Nest danach nur wieder sorgfältig und vorsichtig abdecken.

WIE GEFÄHRLICH SIND HORNISSEN?

Jeder kennt die Horrormärchen, die über Hornissen erzählt werden: Fünf Hornissenstiche töten einen Menschen, zehn ein Pferd. Kurz und knapp: das ist absoluter Unfug. Hornissen sind große, imposante Tiere. Ihr Stich ist, wie der jeder Wespe, sehr schmerzhaft. Aufgrund der Größe von Hornissen sogar noch schmerzhafter als von Wespen.

Aber entgegen den weit verbreiteten Vorurteilen können Hornissen einen Menschen nicht töten (es sei denn Leute, die eine lebensbedrohliche Allergie gegen Wespen- oder Hornissenstiche haben - hier ist aber nicht die Hornisse, sondern die Allergie das Problem).

Wer das Glück hat, mal ein Hornissennest zu entdecken, der sollte die Gelegenheit beim Schopfe fassen und das Treiben der Hornissen beobachten. Es ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, wenn das laute Brummen der Hornissen ertönt, aber solange man die Hornissen nicht stört, werden sie einen auch nicht attackieren.

Man sollte aber ein paar Grundregeln beachten:
  1. Man sollte nicht intensiv riechen. Weder nach Parfum, noch nach Schweiß oder anderen Dingen (Mittelchen gegen Mücken und weiß Gott was nicht noch alles möglich ist). Hornissen, Wespen und Bienen riechen das und könnten einen scheinbar grundlos attackieren, weil jeder ungewöhnliche Geruch gleichbedeutend mit Gefahr für das Nest ist.
  2. Keine hektischen Bewegungen. Jede Bewegung sollte gleichmäßig und ruhig ausgeführt werden.
  3. Nicht in den Nesteingang blasen, oder sonst irgendwie Beunruhigung verursachen.
  4. Einzelne Hornissen kommen immer wieder aus dem Nest, fliegen zuweilen auch dicht an einem vorbei. Das ist nicht weiter tragisch. Sollten wider Erwarten doch mal viele Hornissen herauskommen und um den Nesteingang schwärmen, dann sollte man sich einfach langsam und ruhig zurückziehen und 10 Minuten später noch mal wiederkommen.

Schmetterlinge, Motten (Ordnung: Lepidoptera)

SCHWIRRFLUG: SCHMETTERLING ODER KolIbrI?

Im Sommer kann man häufig etwa 3 bis 5 cm große Tiere beobachten, die wie ein Kolibri um eine Blüte fliegen und deren Nektar saugen. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Kolibri, sondern um einen Schmetterling. Der Schmetterling gehört zur Familie der Schwärmer (Sphingidae), deren Angehörige eigentlich nachtaktiv sind. Einige Arten aber sind tagaktiv, so wie der kleine Kerl an unserer Blüte.

Nun gibt es drei Möglichkeiten, um welche Art es sich handeln könnte: Hat der Falter dunkel braungraue Vorderflügel und orangegelbe Hinterflügel, so handelt es sich um das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). Sind die Flügel durchsichtig, ähnlich wie bei Hummeln, so gibt es zwei Möglichkeiten: entweder es handelt sich um den Hummelschwärmer (Hemaris fuciformis) oder um den Skabiosenschwärmer (Hemaris tityus). Eine genaue Artbestimmung im Flug ist praktisch nicht möglich. Wer unbedingt genau wissen möchte, welchen der beiden Falter er vor sich hat, kommt nicht darum herum, den Falter vorsichtig mit einem Netz zu fangen, um ihn mit einer Abbildung zu vergleichen. Macht man das vorsichtig genug, kann man nach der Prozedur den Falter ohne jede Beschädigung fliegen lassen.

Wenn man Glück hat, kann man am Abend in der Dämmerung an Blüten mit tiefem Kelch einen anderen, viel größeren Vertreter dieser Familie beobachten, den Windenschwärmer (Agrius convolvuli). Der Falter erreicht Flügelspannweiten von bis zu 12 cm und ist herrlich zu beobachten, wenn er mit ganz leisem Brummton von Blüte zu Blüte fliegt und seinen 10 cm langen Rüssel in den tiefen Kelch senkt, um Nektar zu saugen.

Bemerkenswert an diesen vier Faltern ist die Tatsache, dass es sich hierbei um sogenannte "Wanderfalter" handelt. Es mag seltsam klingen, aber nicht nur bei Vögeln ist ein Zugverhalten zu beobachten, sondern auch Insekten können diese Leistung vollbringen. Die Schwärmer kommen dabei von Nordafrika oder Südeuropa über die Alpen geflogen und dringen in einzelnen Exemplaren bis nach Skandinavien vor. Die Schwärmer erreichen dabei Fluggeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h.

Es gibt noch einige andere Wanderfalter, auch einige Tagfalter kommen jedes Jahr aufs neue von Süden zu uns. Die bekanntesten hiervon sind der Admiral (Vanessa atalanta) und der Distelfalter (Vanessa cardui). Andere neigen nur bei Massenvermehrung zum Wandern, wie z.B. der Große Kohlweißling (Pieris brassicae).

Wanzen (Ordnung: Heteroptera)

WAS SIND DAS FÜR MASSEN VON ROTSCHWARZEN "KÄFERN" IN MEINEM GARTEN?

Es handelt sich in den meisten Fällen nicht um Käfer, sondern um Feuerwanzen, die oft in großen Mengen an Baumstämmen oder warmen Mauern sitzen und sich sonnen. Die Tiere sind absolut harmlos, sind auch keine Schädlinge im Garten, und sondern genauso wenig giftige Flüssigkeiten aus, wie es manchmal behauptet wird.

Käfer (Ordnung: Coleoptera)

WIE LEUCHTEN LEUCHTKÄFER?

Wenn man im Juni in feuchte Wälder geht, dann kann man Leuchtkäfer (oder Glühwürmchen, Familie Lampyridae - Leuchtkäfer) zuweilen sogar massenhaft beobachten. Zuerst sieht man den grünlich gelben Leuchtpunkt, der durch die Luft schwebt oder am Boden im Kraut sitzt. Und unwillkürlich fragt man sich, wie diese kleinen Tierchen das schaffen.

Kinder fangen die Leuchtkäfer gerne und so mancher hat dabei schon etwas zu feste zugedrückt, so dass der Käfer verletzt wurde. Und plötzlich leuchten auch die eigenen Finger. In diesem Moment erahnt man, dass da irgendwelche Chemikalien miteinander reagieren müssen. Und tatsächlich ist das auch so. Die Käfer führen im Bereich einer dünnen durchsichtigen Membran d-Luciferin, das Enzym Luciferase, ATP (Adenosintriphosphat) und Sauerstoff (eigentlich einfach Luft, in der ja auch Sauerstoff enthalten ist) zusammen, und dieser Chemikaliencocktail reagiert miteinander und erzeugt das kalte gelblich grüne Licht. Leider weiß man bis heute nicht, wie die Käfer es schaffen, ihr Licht ganz plötzlich auszuschalten.

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